Monumenta altaica
Altaic linguistics
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      Monumenta Altaica / PAPERS / Bjorn Collinder

    BJÖRN COLLINDER (Uppsala). URALALTAISCH

       Frage nach der Urverwandtschaft der uralischen und der altaischen Sprachen ist in der Wissenschaft so gut eingebürgert, daß es sogar ange bracht wäre, von denjenigen Darstellungen Rechenschaft zu geben, die die Geschichte der Frage behandeln. Die Entwicklung auf diesem Gebiet während des neunzehnten Jahrhunderts wurde von OTTO DONNER (1901) in musterhafter Weise dargestellt und gewürdigt. Über spätere Errungenschaften berichtet MARTTI RÄSÄNEN (1949); seine Darstellung kann mit ein paar Notizen von BJÖRN COLLINDER (1947) und THOMAS A. SEBEOK ergänzt werden. Hier werden wir uns nur in aller Kürze mit der Geschichte der Frage beschäftigen.

    Beiläufig möchte ich die Aufmerksamkeit auf eine gewisse Diskontinuität der Forschung auf dem Gebiet der uralischen Sprachen richten. Otto Donner verhielt sich zur ural-altaischen Hypothese abwartend; dagegen stellte er fest, daß die gegenseitige Verwandtschaft der finnisch-ugrischen und der Samojedischen Sprachen endgültig bewiesen ist. Dabei berief er sich ganz besonders auf die von ihm schon früher (1879) hervorgehobene Tatsache, daß der für das Finnisch-ugrische als typisch betrachtete Stufenwechsel der Konsonanten auch im Samojedischen vorkommt. Späterhin hat K. B. WIKLUND (1905) die Beobachtung Otto Donners ausdrücklich erwähnt. Dessen ungeachtet mußte der Stufenwechsel im Samojedischen i. J. 1911 aufs Neue entdeckt werden. Es sei hinzugefügt, daß auch die von M. A. CASTRÉN (1854) und Otto Donner erwähnte Vokalharmonie der Samojedischen Sprachen sehr lange in der finnischen und ungarischen Fachliteratur unbeachtet blieb.

    Es sollen hier einige Hauptpunkte aus der Historik der ural-altaischen Frage herausgehoben werden.

    Der aus Pommern gebürtige schwedische Offizier JOHAN VON STRAHLENBERG hat als erster die finnisch-ugrischen, die Samojedischen, die türkischen, die mongolischen und die tungusischen Sprachen zu einer Einheit zusammengefaßt. Über die Wirksamkeit Strahlenbergs hat ALBERT HÄMÄLÄINEN eingehend berichtet. Ob und inwiefern Strahlenberg als Sprachforscher von seinem Reisegefährten MESSERSCHMIDT beeinflußt war, entzieht sich unserer Beurteilung. Die Strahlenberg'sche Klassifikation behält noch heutzutage ihren Wert auch unter der Voraussetzung, daß zwischen den uralischen Sprachen und den altaischen keine genealogische Verwandtschaft besteht. In der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts wurden derartige Verwandtschaftsfragen kaum gestellt. Sogar heute gib „hither." In Zeitausdrücken hat dieses Suffix keine Bewegungsfunktion: bæi'věg „am Tage," ik'ko „nachts, in der Nacht," gæsseg „im Sommer," dal'veg „im Winter." Im Lulelapp. tritt ein ausgesprochener Prolativ bei ein paar topographischen Substantiven auf, z. B. varreg„den Berg(rücken) entlang, den Weg, der über den Berg führt."

    Im Mordw. hat der Prolativ die Endung -va (< *-γΰ), -ga, -ka. Der Prolativ bezeichnet (nach Wiedemann, 1865) „eine Bewegung durch, längs, an, über etwas hin, eine Verbreitung in oder durch etwas, in figürlicher Bedeutung auch eine Gemäßheit, Angemessenheit." Dieser Kasus scheint dem Lokativ nahe zu kommen in Beispielen wie kavto jonga „auf zwei Seiten," lomat ozadoś čopodava „Leute, die im Finstern sitzen." Vgl. tuva „dort (vorüber)," kuva „wo entlang, überall wo, wo immer, wo." Im Selkupsamojed. bildet, nach G. N. PROKOF'EV, die Endung-qo, an einen Gen. angefügt, einen translativen oder finalen Kasus, z. B. ütqo kuraldaüeräsik „laufe nach Wasser (um Wasser zu holen)," t düdü qorgütqo pikülba „der Schaman verwandelte sich in einen Bären;" natqo „später-(hin)," qaitqo, qaiqo „warum" (na „dieser", qai „was;" vgl. die läpp. Pro-lative dâggŏ, gơggǒ). Nach Castrén handelt es sich hier um eine Postposition.

    Es gibt in den fgr. Sprachen auch eine lativische Endung -*k (<-*k + Vokal?). Die unten zu besprechenden tscher. und wog. Kasusformen enthalten wohl entweder diese Endung oder die Endung -*ka~*kä. Einige östliche fi. Mundarten haben das auslautende k bewahrt. In den meisten Dialekten sowie in der Hochsprache ist es geschwunden oder hat es höchstens eine schwache Kehlkopfexplosiva hinterlassen. Im Satzinneren tut sich die verschwundene Tenuis in den meisten Dialekten durch Dehnung des Anfangskonsonanten eines unmittelbar folgenden Wortes kund. Beispiel: ala', alak „nach unten, herunter." Der gewöhnliche Infinitiv hat diese Kasusendung, z. B. saada' „bekommen." Im Tscher. kommt -k , -ke in etlichen mehr oder weniger isolierten Wortformen vor, z. B. teke „zu" (vgl. tene „bei"), münd rk „in die Ferne" (münd rn „in der Ferne"), küšk „empor, hinauf" (küšn „hoch, in hoher Lage").

    Im Wog. hat der Translativ die Endung - γ; z. B. tau ¼ànγyγ jemtys „er wurde groß," ta jiw naj jiwyγ atave „man sammelt dieses Holz zum Brennholz" (jiw „Holz" naj „Feuer"). Vgl. sisyγ „zurück" (sis „rücken"). Ostj. toh „dorthin" (tom „jener") ; nok „empor, aufwärts" (num „das Obere"). Jurakisch ťaha', jenisseisam. taha' „hinter (mit Akk.)" = f i. taa'. Nach diesem Exkurs kehren wir zum Suffix -*ka~*kä zurück und gehen zum Jukagirischen über.

    Die regelrechte Endung des Lokatives ist im Jukagirischen -ge~go, -γo, N -γa (-yan), das als eigentliche Lokativendung mit „in, an, bei" zu übersetzen ist; z. B. Met numoge modoje „Ich sitze zuhause (im Haus)"; Tet pogilge let ... „Als du bei deinem Herrn warst . . ." Der Lokativ kann auch die Zeitdauer oder einen bestimmten Zeitpunkt angeben, z. B. Jan kinižege ñîγum „Drei Monate (lang) nagte sie." Er kann auch den Ort angeben, wo eine Bewegung stattfindet, oder den Weg, an dem eine Bewegung sich abspielt, z. B. Aačepul jolodoγo kobeiŋi „Die Renntiere sind hinter ihm wegegangen ;" oočige erelle „mit dem Strom fließend." Als lativer Kasus impliziert dieser Kasus, im Gegensatz zum Dativ-Lativ (in -ŋin), daß das Ziel der Bewegung wirklich erreicht wird. Beispiel: (Tude numoŋin honni „Er ging nach Hause.") Numoge jahai, šogi „Er kam nach Hause und trat ein."

    Die jukagirische Sprache hat auch einen Prolativ (oder Vialis) in -gen~ -γon. V. JOCHELSON (1905) vermutet nicht ohne Fug, daß diese Endung das Lokativsuffix -ge (etc.) enthält. Er sagt: „This case indicates motion on the surface, across, or through an object, and also ways and means of getting something." Beispiele : Met oožigen kieče „I came on water (on a boat or raft)". Tudel tibid-aŋilgen juodei „He was looking trough the smoke opening (chimney)." Met cugodegen kobeiteje „I shall go along this road." Met irkin aačeh eimegen minme „I took one reindeer in exchange." Der Lokativ und der Prolativ scheinen sich zum Teil in ihrer Verwendung zu decken.

    Das -n der Prolativendung könnte sogar mit der Lokativendung -n identisch sein. Vorausgesetzt, daß diese Vermutung das Richtige trifft, ist die jukagirische Prolativendung im Grunde nichts anderes als die samojedische Lokativendung -kana. Wir gehen jetzt zu den altaischen Sprachen über.

    Im Türk. gibt es einen Dativ-Lativ auf -qa~kä (-a~ä, nach Vokal: -ja~j ä), z. B. atü. ataqa „dem Vater," birijä „nach Süden." Diese Endung kommt auch in temporalen Ausdrücken vor, z. B. jylqa „en l'an," ödkä „au temps . . .". Das Mong. hat die Endung -a (~ä), die in der normalen Deklination durch die Endung -du ersetzt worden ist. Das Tungus, hat die Endung -a, das Lamutische -ha (< *ga nach Ramstedt). Das Koreanische hat -ai (-ei), -gai (-gei; Aussprache: -ä, -e). Diese Endung kann im Koreanischen an einen Genitiv angefügt werden.

    Im Mongol, und im Tungus, hat die betreffende Endung vor allem lative und finale Funktion. Im Koreanischen handelt es sich um einen lokativ-lativen Kasus.

    Németh (1928) hat den türkischen Lativ mit dem fgr. zusammengestellt. Vorausgesetzt, daß wir es hier nicht mit Irrlichtern zu tun haben, liegt es nahe, anzunehmen, daß in den altaischen Sprachen die Kasusendung -*ta ~*tä die Endung -*na~*nä überwuchert hat. Sie hat allmählich die lokativische Funktion der Endung -*na~*nä übernommen, die alsdann obsolet geworden und bis auf einige kümmerliche Reste in Wegfall gekommen ist. Wenn dem so ist, kann man sagen, daß mit Ausnahme des nur in beschränktem Maße verwendeten Akkusativs sämtliche als uralt erwiesene uralische Kasus altaischerseits materielle Entsprechungen haben.

    es ja Sprachforscher, die geneigt sind, solche Fragen als Scheinfragen zu betrachten. RASMUS RASK war bekanntlich einer der Grundleger der historisch-vergleichenden Sprachforschung, und er hatte einen scharfen Blick für Sprachverwandtschaft. Es konnte daher schwer ins Gewicht fallen, daß er für die ural-altaische Urverwandtschaft ganz entschieden eintrat. Beweisstücke hat er allerdings kaum geliefert. WILHELM SCHOTT war der erste, der durch eine beträchtliche Anzahl von lexikalischen (und auch grammatischen) Gleichungen die ural-altaische Sprachverwandtschaft zu erhärten suchte. Seine Methode wurde mit Fug von OTTO BÖHTLINGK und mehreren späteren Forschern beanstandet; aber viele von seinen Wortgleichungen behalten noch ihre Aktualität. In den Fußstapfen Schotts folgte der Finne JOHAN ADOLF LINDSTRÖM. Von seiner etymologischen Saat bleiben nach sorgfältigem Jäten ein paar nicht zu beanstandende Wortzusammenstelluugen. Gleichzeitig mit Schott trat der auf dem Gebiete der finnisch-ugrischen Sprachen rühmlich tätige Petersburger Akademiker F. J. WIEDEMANN für die ural-altaischen Urverwandtschaft ein. M. A. Castren hat sich, ohne nähere Begründung, zugunsten der uralaltaischen Hypothese geäußert. Heinrich Winkler beschäftigte sich in seinen zahlreichen und umfangreichen Veröffentlichungen hauptsächlich mit Analogien in der Satzstruktur (wie es später D. FUCHS und WILHELM PRÖHLE in der gründlichsten Weise getan haben). Vor ungefähr 25 Jahren beschäftigten sich ZIFEL'DT-SIMUM JAGI und AURÉLIEN SAUVAGEOT, ohne von einander zu wissen, eingehend mit der ural-altaischen Frage. Beide haben eine Menge von Wortgleichungen ins Feld geführt. Nicht ohne Fug bemerkt Sauvageot: „Il ne faut pas se dissimuler que des recherches ultérieures rendront certainement caduque la majeure partie de ces concordances. N'en subsisterait-il qu'une poignée, cela suffirait à prouver que les langues considérées ne sont pas étrangères les unes aux autres." Gleichzeitig mit den zwei soeben genannten Gelehrten hat GYULA NÉMETH in gründlicher und besonnener Weise die Beziehungen zwischen den uralischen und den türkischen Sprachen untersucht. Zur Arbeit Sauvageot's hat er sich (1930) positiv-kritisch gestellt. In diesem Zusammenhang sei mir eine erläuternde Bemerkung erlaubt. Ich habe (i. J. 1947) behauptet, Professor Sauvageot hätte in seinem Hauptwerk eine wenig strenge etymologische Methode angewandt. Damit wollte ich eigentlich nur sagen, daß seine Wortgleichungen als Beweisstücke von recht ungleichem Wert sind. Ein paar Beispiele : Lappisch duol'dât „kochen" (intr.) kann wegen des Vokalismus schwerlich mit dơllâ „Feuer" zusammenhängen. Ungarisch tűz „Feuer" (etwa < *tüγεtå) hat etymologisch (außer der Bedeutung) mit fi. tuli, lp. dơllâ nur den Anfangskonsonanten gemeinsam. Lp. dal`ke „Wetter, Witterung, Luft" kann nichts mit fi. tuuli (und deshalb kaum etwas mit tscheremissisch tul „Sturm" und wotjakisch, syrjänisch tõl „Wind") zu tun haben. Fi. teeri, teiri, tetri „Birkhuhn" kann nicht auf einen aus *t + Vokal + *r + Vokal bestehenden Stamm zurückgeführt werden. Fi. tarmo „Kraft, Energie" und lp. doar'jot „stützen, unterstützen" sind unvereinbar. Fi. kiero und kyrmy gehören nicht zusammen. Es ist sehr gewagt, lp. guor'bât und guor'det zusammenzustellen. Der Vokalismus verbietet die Zusammenstellung lp. garrât „Eingepacktes festsorren" ~ ungarisch hurok „Schleife, Schlinge." Mit lp. garrât verträgt sich wiederum nicht lp. gâr'gŋel, das nicht „arbalète" (Armbrust), sondern „Ellbogen" bedeutet. Fi. kiro „Fluch, Verfluchung" (nicht „sortilège,,) und kertoa „erzählen" sind unvereinbar.

    Die Bedeutung der Abhandlung Zifel'dt-Simumjagis kann deshalb nicht hoch angeschlagen werden, weil seine Wortzusammenstellungen öfters gar zu kühn sind.

    Um die Mitte der vierziger Jahre und etwas später wurde die uralaltaische Frage durch DENIS SINOR, Räsänen und Collinder aufs Neue belebt. Alle drei haben sich zu Gunsten der Verwandtschaftshypothese geäußert, Räsänen am entschiedensten, Sinor in der vorsichtigsten Weise. Dagegen haben GUSTAF JOHN RAMSTEDT (1946 - 1947) und PAAVO RAVILA (1949) vor voreiligen Schlüssen gewarnt. Sie können vielleicht sogar als Gegner der Hypothese gebucht werden.

    Collinders Versuch (1947), die Wahrscheinlichkeitsrechnung bei der Klärung der ural-altaischen Frage zur Hilfe zu nehmen, ist von Räsänen (1949) und ganz besonders von Sauvageot (1949) beanstandet worden. Bei der Berufung auf die Wahrscheinlichkeitsrechnung handelt es sich aber vor allem um zwei Dinge. Erstens machen sich die meisten Menschen eine verkehrte Vorstellung von der Abstufung der Wahrscheinlichkeit und dem Spielraum des sogenannten Zufalls. Zweitens habe ich näher ausführen wollen, was ich schon im Jahre 1934 betont habe, nämlich daß mit jeder nicht zu beanstandenden Übereinstimmung die Wahrscheinlichkeit eines kausalen Zusammenhanges in rascher Progression wächst. Die uralische Sprachfamilie umfaßt bekanntlich teils die finnisch-ugrischen Sprachen, teils die gegenseitig eng zusammengehörigen samojedischen Sprachen. KARL BOUDA hat (wie vor ihm schon ERNST LEWY) ural-altaische Bestandteile in der jukagirischen Sprache nachgewiesen, und nach dem Dafürhalten Collinders (1939,1940) ist das Jukagirische sogar mit dem Uralischen urverwandt.

    Finnischere eits ist geltend gemacht worden, daß H. PAASONEN (1907) als erster die Übereinstimmungen zwischen Jukagirisch und Uralisch beobachtet und verwertet habe. Weder das Eine noch das Andere trifft zu. Die Beobachtung wurde schon im Jahre 1879 von JÓZSEF BUDENZ gemacht, und er benutzte sie, um NICOLAI ANDERSONs finnischugrisch-indogermanische Theorie zu entkräftigen. Paasonen hat nur noch einige Übereinstimmungen hervorgehoben. Wie er sich die Sache dachte, geht aus seiner Schlußbemerkung hervor: „Wem also die bisher vorgebrachten Beweise für die fiugr.-idg. Sprachverwandschaft genügen, der kann wohl dem Jukagirischen billigerweise nicht einen Platz in der Verwandschaft verweigern. Aber das heißt jenen Weg betreten, welcher l'unità d'origine del linguaggio ausmündet. Und den wollen die Vertreter der fiugr.-idg. Sprachvergleichung doch nicht wandern."

    Paasonen hat sich mit der jukagirischen Sprache nur oberflächlich bekannt gemacht. Er ist in dogmatischer Weise von der Voraussetzung ausgegangen, das Jukagirische könne nicht mit dem Uralischen verwandt sein, und er hat das von Budenz ins Feld geführte Argument einfach wiederholt. Ein Blick in diejenigen Quellen, die seit Budenz' Zeit erschienen waren, hätte ihn davon überzeugen können, daß die Übereinstimmungen zwischen Uralisch und Jukagirisch viel zahlreicher und auffallender sind, als bie Übereinstimmungen zwischen Uralisch und Indogermanisch. Paasonens Berufung auf die Jukagirische Sprache war mithin in jeder Hinsicht verfehlt. Es sei gleichzeitig erwähnt, daß HOLGER PEDERSEN schon aus den von Budenz und Paasonen mitgeteilten Materialien den Schluß zog, daß Jukagirisch und Uralisch verwandt seien.

    Neuerdings hat JUHO ANKERIA die tschuktschische Sprachgruppe (Tschuktschich, Korjakisch und Kamtschadalisch) untersucht und ist zum Ergebnis gekommen, daß diese Sprachen in einem sehr entfernten Verwandtschaftsverhältnis zum Uralischen (und zum Jukagirischen) stehen. Die ural-altaische Frage hat er dabei offen gelassen. Unter altaischen Sprachen versteht man seit altersher drei Gruppen: die türkische, die tungusische (oder mandschuiche) und die mongolische. Die erste Gruppe besteht aus Sprachen, die - wenigstens mit Ausnahme des Tschuwassischen und des Jakutischen - unter sich eng verwandt sind, die beiden anderen sind schlechterdings als in Dialekte zersplitterte Einzelsprachen zu betrachten.

    Die Urverwandschaft dieser drei Gruppen wurde schon lange her ohne irgendwelche triftigen Beweisgründe angenommen. Nach den mündlich vorgetragenen und auch als Manuskript vorliegenden Ausführungen Ramstedts kann nunmehr m. E. diese Verwandschaft nicht füglich angezweifelt werden. Es braucht nicht hervorgehoben zu werden, daß die vergleichende Forschung im Gebiete der altaischen Sprachen nicht so weit gelangt ist, wie im uralischen Gebiet. Nach allem Anschein ist die altaische Sprachverwandschaft auf jeden Fall viel lockerer als die uralische. Nach dem Vorgang LÉON DE ROSNYs und anderer älterer Forscher haben Ramstedt und E. POLIVANOV auch die koreanische Sprache dem altaischen Sprachstamm angereiht. Ich erlaube mir keine Ansicht darüber, inwiefern ihnen der Nachweis gelungen ist. Die morphologischen Übereinstimmungen scheinen allerdings spärlich zu sein, und unter den von Ramstedt gesammelten zahlreichen Wortzusammenstellungen gibt es verhältnismäßig wenige, die als beweiskräftig betrachtet werden können. Die uralaltaische Hypothese involviert selbstverständlich, daß die altaisehen Sprachen unter sich urverwandt sind. Und wenn man annimmt, daß Altaisch und Uralisch sich als Zweige einer uralaltaisehen Ursprache her-ausdifferenziert haben, ergibt sich daraus als praktische Konsequenz, daß man sich anläßlich jeder mutmaßlichen uralaltaisehen Übereinstimmung bestreben muß, zuerst teils die ururalische, teils die uraltaische Gestalt des betreffenden Wortstammes oder Affixes zu rekonstruieren, um dann die ergründete uralische Urform mit der entsprechenden altaischen zu konfrontieren. Hier gilt es vor allem, gewisse Fehlerquellen womöglich auszuschalten. Man muß teils die geographische Verbreitung der Bedeutungsträger, teils ihren Lautstand, teils ihre Bedeutungen berücksichtigen. Türkische Lehnwörter verschiedenen Alters gibt es in allen uralischen Sprachen mit Ausnahme des Ostseefinnischen und des Lappischen. Wenn man ein türkisches Wort im Tscheremissischen, Ungarischen oder Kamassischen wiederfindet, dürfte diese Tatsache für die uralaltaische Theorie kaum von Belang'sein. Überhaupt ist es mißlich, ein Wort aus einer einzelnen uralischen Sprache, wäre es auch Finnisch oder Lappisch, mit einem altaischen Wort zu identifizieren. Wenn ein Wort in mehreren uralischen Sprachen vorkommt, läßt sich seine ursprachliche Lautgestalt leichter rekonstruieren, und die Verbreitung des Wortes liefert auch eine Art von Maßstab für die Altersbestimmung. Je weniger ein Wort verbreitet ist, um so eher läßt es sich denken, daß es eine Entlehnung oder eine Neubildung ist.

    Bei dem allem ist eine Warnung vor übertriebener Skepsis angebracht. Sebeok äußert sich über die uralaltaische Sprachverwandschaft: „The point is not that such a relationship is not inherently probable ~ indeed, it seems likely to us - but that until the „Proto-Altaic" parent language is reconstructed by the comparative method all attempts to reconstruct a „Proto-Ural-AItaic" parent-language are a priori impracticable. For what, then, is Uralic related to?"

    Auf die zuletzt angeführte Frage kann man antworten : mit den altaischen Sprachen. A priori läßt es sich ganz gut denken, daß sich die uralische Sprachfamilie und die altaischen Sprachen aus einer gemeinsamen Ursprache entwickelt haben, ohne daß es jemals eine vom Uralischen sich abhebende einheitliche altaische Ursprache gegeben hat. Es läßt sich a priori denken, daß in einer fernen Vorzeit Ururalisch, Urtürkisch, Urmongolisch, Urtungusisch und Koreanisch als fünf verwandte Sprachen neben einander bestanden. Auch andere Möglichkeiten könnten in Betracht gezogen werden, z. B. eine uralisch-türkische und eine mongolisch-tungusische Ursprache neben dem Koreanischen. Unter einer solchen Voraussetzung wäre ja eine zu rekonstruierende uraltaische Sprache eine Chimäre. Der Umstand, daß man eine urfinnischugrische und eine ursamojedische Sprache und hinter diesen eine ururalische Sprache hat rekonstruieren können - und dies läßt sich nur mit allem Vorbehalt sagen - kann uns nicht davon abhalten, das Uralische mit dem Türkischen, mit dem Mongolischen, mit dem Tungusischen und mit dem Koreanischen zu vergleichen. Rask nahm seinerzeit die germanischen Sprachen, über deren gegenseitige Zusammengehörigkeit schon damals kein Zweifel bestehen konnte, als Ausgangspunkt seiner sprachvergleichenden Untersuchungen. Er wollte feststellen, welche Sprachen mit den germanischen Sprachen verwandt sind. In einer analogen Situation befinden wir uns bei der Vergleichung der uralischen Sprachen mit den altaischen, solange wir nicht auf sicheren uraltaischen Rekonstruktionen bauen können. Dadurch ist aber der Weg der uralaltaischen Sprachvergleichung nicht versperrt. Vorausgesetzt, daß es uns gelingt zu beweisen einerseits, daß die türkischen Sprachen mit den uralischen verwandt sind, andererseits, daß Uralisch und Mongolisch verwandt sind, so würde es sich ja daraus ergeben, daß Türkisch und Mongolisch gegenseitig verwandt sind. Sogar altaische und uralaltaische Lautgesetze können statuiert werden, ohne daß man die Frage nach einer mutmaßlichen altaischen Ursprache präjudiziert. Nach Ramstedt (1916) und PAUL PELLIOT hat ein anlautendes p der östlichsten tungusischen Dialekte als Entsprechung in der Mandschusprache f, im ältesten Mongolisch h, im klassischen und späteren Mongolisch sowie in den türkischen Sprachen Ø (Null). Wenn dies das Richtige trifft - was S. M. SHIROKOGOROFF (1930) nicht zugeben möchte - und wenn außerdem die uralische Entsprechung des osttungusischen p- ebenfalls p- ist, dann gibt ja die von Ramstedt gegebene Regel eine zuverlässige Richtschnur bei uralaltaischen Wortvergleichungen, ganz abgesehen davon, ob es eine altaische Ursprache gegeben hat oder nicht.

    Wir wollen jetzt die zwischen den uralischen und den altaischen Sprachen bestehenden morphologischen Übereinstimmungen betrachten. Das ururalische Kasussystem hatte wahrscheinlich folgendes Aussehen: Genitiv: -*n, Akkusativ: -*m, Lokativ: -*na~*-nä, Ablativ: *-ta~tä, Lativ, Prolativ: -*ka~*kä(, -*ke, -*k?).

    Der Nominativ war endungslos. Es kann natürlich in der Ursprache außerdem Kasusendungen gegeben haben, die man nicht auf komparativem Wege erhärten kann.

    Der Akkusativ dürfte eine Sonderstellung eingenommen haben. Im Finnischen wird der Akkusativ auf -n (< -*m) nur dann verwendet, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

    1. Der Satz ist nicht negativ. 2. Das Prädikatsverbum steht nicht in der ersten oder zweiten Person des Imperatives und auch nicht im Mediopassiv. 3. Das betreffende Wort (das direkte Objekt) ist nicht eine Kardinalzahl (mit Ausnahme von yksi „eins," zusammengesetzten Zahlen, deren erste Komponente yksi ist, sowie miljoona „Million"). Das betreffende Wort bezeichnet nicht einen unbestimmten Teil von etwas oder eine unbestimmte Anzahl. 5. Das durch das Prädikatsverbum bezeichnete Geschehen wird (in der Regel) als zu einem Abschluß oder zu einem Resultat führend gedacht.

    Im Mordwinischen und im Wogulischen wird nur ein bestimmtes Objekt (etwa einem deutschen Substantiv mit dem bestimmten Artikel entsprechend) in den Akkusativ gesetzt. Auch im Samojedischen (wenigstens im Nordsamojedischen) hat der Akkusativ eine beschränkte Verwendung. Im Ostjakischen gibt es keinen Akkusativ. Es sei daran erinnert, daß in den türkischen Sprachen sowie auch in den anderen altaischeu Sprachen nur ein bestimmtes, nicht ein allgemeines oder unbegrenztes Objekt im Akkusativ steht.

    Alle übrigen mutmaßlichen ururalischen Kasus scheinen altaischerseits materielle Entsprechungen zu haben.

    Ob das Jukagirische einen Genitiv auf -n hat, ist unsicher (Collinder 1940, §§ 51 - 67).

    Im Mongolischen hat der Gen. die Endung -n (mit vorhergehendem „Bindevokal"). In den türkischen Sprachen findet man (neben einem -n, das wohl sekundär ist) -n, was nach Ramstedt auf -*n zurückgehen dürfte. Wie Wiklund (1928) gezeigt hat, ist der sogen. Instructivus singularis im Finn. sowie sein Gegenstück im Läpp, nach aller Wahrscheinlichkeit identisch mit dem Gen. Auch in anderen ural. Sprachen kann man einen Gen. modi und Gen. temporis vermuten. Beispiele aus dem Finn. und Lapp.: fi. jalan „zu Fuß;" südlp. jijjěn „in der Nacht, nachts;" selkupsam. pin, kamas-sisch pün ds.; kam. ken „im Winter;" fi. ajaen „fahrend, gefahren" (Gen. des Infinitives) ; südlp. wuöjen ds. (Gen. des Verbstammes). Vgl. altaischerseits osmanisch jajan „zu Fuß," qyšyn „im Winter," bilmeγin „ohne (es) zu wissen;" mong. irerün „kommend, gekommen" (Ramstedt 1946). Sinor (1943) sagt vom türkischen „instrumentalen" -n: „De considérations relevant de la linguistique générale il résulte que le suffixe était primitivement un suffixe de lieu." Vielleicht hat er mit dieser Bemerkung das Richtige getroffen. Wir werden weiter unten auf diese Frage zurückkommen. Zum Gen. der tschuktschischen Sprache s. Ankeria. A. MEILLET hat seinerzeit pessimistisch geurteilt über die Möglichkeit, eine Urverwandtschaft zwischen den idg. Sprachen und irgendeiner anderen Sprachfamilie zu beweisen, und zwar vor allem, weil nach seinem Dafürhalten das Formensystem des Idg. eine verhältnismäßig junge Erscheinung sei. Diesen Gedanken hat Sauvageot (1949) auf die indo-uralische und die uralaltaische Frage verwendet. Der Gedanke ist gesund, insofern es sich um die Personendungen der Verba dreht (die Sauvageot als einziges Beispiel erwähnt). Wie Collinder (1934) und andere hervorgehoben haben, kann die Übereinstimmung des Ural, und des Idg. in Bezug auf die Personendungen der ersten Person Singular und der ersten und zweiten Plural nicht als materielle Übereinstimmungen in der Verbbeugung gebucht werden, denn das wäre eine doppelte Buchführung. Es handelt sich nur um eine strukturale Analogie, die darin besteht, daß in beiden Sprachfamilien persönliche Pronomina als Personendungen der Verba zur Verwendung gelangt sind. In Bezug auf die betreffenden Pronominalstämme ist materielle Übereinstimmung vorhanden. Vorausgesetzt, daß die beiden Sprachfamilien urverwandt sind, braucht die Verwendung der fraglichen und Postposition) „hoch (droben), über; on, over the surface"; S budiet, pudit „von oben"; N, Spudet „vom Hof"; -aan „unter (mit Dat.)", Saat „from under" (vgl. S, N -aal „under"); jokot „von weitem, von weit her" (vgl. juke „weit hin, weit weg"); joobit „vom Berge" (joobi „Berg"). Im Mongol, gibt es nur Spuren einer Lokativendung -na; die Verwendung stimmt gut zum ural. und jukagirischen Sprachgebrauch: dotuna „drinnen," Tadana „draußen," hoina „nach, hinter," hana „wo." Im Alttürk. paßt qana, qany „wo" anscheinend zu mong. hana, juk. hon, jenisseisam. kune, selkupsam. kun ds. und wog. kun „wenn, als." Alttürk. qana sieht eigentlich dem mongol, hana zu ähnlich aus, und man könnte im Vokal -a, y der zweiten Silbe des türk. Wortes ein suffixales Element argwöhnen. Im Türk. würde man am ehesten -n als Entsprechung des mongol, -na erwarten. Nun hat Sinor (1943) in der von uns erwähnten türk. Instrumentalendung -n eine ursprüngliche Lokativendung sehen wollen, die er (ohne dabei zur uralaltaischen Frage ausdrücklich Stellung zu nehmen) mit der ural. Lokativendung -*na~*nä zusammenstellt. Er beruft sich dabei darauf, daß n im Alttürk. auch als „suffixe de lieu" vorkommt. Es handelt sich hier aber wenigstens in den meisten Fällen entweder um Ausdrücke, die dem fi. Instruktiv nahe stehen, z. B. baγryn jorγyma „die auf dem Bauche kriechenden", oder um Verbindungen mit Postposition, wo der Genitiv ganz regelrecht wäre, z. B. ikin ara „entre les deux", uruγyn taraγyn üzä saqynmys kärgäk „il est nécessaire de penser à ses parents et descendants." Die Berufung auf den Lokativ im Jakutischen ist kaum stichhaltig (siehe KARL SCHRIEFL). Vielleicht gehört im türkischen qana das n letzten Endes zum Stamme.

    „Der Hauptcharakter des Ablativs ist in den meisten fi., tatar, und samojed. Sprachen t, womit oft andere Nebencharaktere vereinigt werden", sagt Castren (1854, § 229). Nemeth (1928) vergleicht mit der ural. Ablativendung -*ta~*tä atü. -da~dä, -ta~tä (Lokativ und Ablativ): qaγanda „de la part du khan," jolta „sur le chemin," uigurisch qynda „aus der Hülle" (in den anderen türk. Sprachen und Dialekten nur in lok. Verwendung). Im Mong. hat der Lok. die Endung -da, -ta (~de, -te), -du, -tu ; diese Endung hat auch lat. Funktion. Im Tungus, hat die Endung -du meistens inessivische oder illativische oder „dativische" Funktion (Ramstedt 1946); mandschu -de (~da).

    Vorausgesetzt, daß der Lokativ und der Ablativ ein uralaltaisches Erbe sind, dürften die soeben erwähnten alt. Erscheinungen erwartungsgemäß sein. Nichts scheint darauf zu deuten, daß diese Kasus oder überhaupt das Kasussystem des Uralischen jungen Alters wären.

    Wenn es sich im Ural, darum handelte, zu sagen, daß irgendetwas z. B. im Schnee befindlich ist, könnte dies nicht dadurch ausgedrückt werden, daß die Endung- na ~nä an denjenigen Wortstamm angefügt würde, der „Schnee" bedeutete. Dies konnte ebensowenig geschehen, wie man den Ausdruck ,im Schnee' auf Französisch mit ,en la neige' wiedergeben kann.

    Im Französischen benutzt man ja die Präposition dans, die aus dem Spätlateinischen syntagma de intus „von innen" >„ drinnen" entstanden ist. Im Urural. bediente man sich einer Ableitung, die etwa „das Innere des Schnees" oder etwas ähnliches bedeutete, und in dem man an diese lokalitätsangebende Ableitung die Endung -na~-nä fügte, bekam man einen Ausdruck, der semantisch etwa einem französischen ,au dedans de la neige' entsprechen würde. Hier ist allerdings eine Distinktion angebracht. Das fi. Lokalkasussystem, zu dem es in allen westfinnischugrischen Sprachen rudimentäre Entsprechungen gibt, unterscheidet zwischen inneren und äußeren Lokalkasus (z. B. kaivossa „im Brunnen" gegenüber kaivolla „am Brunnen"). Die äußeren Lokalkasus ~ adessiv -lla~llä < -*lna~*lnä, Ablativ -lta~ltä, Allativ (-len und mit Angleichung an den Adessiv) -llen, -lle -wurden gebildet mit Hilfe eines lokalitätsbezeichnenden l-Formans: vgl. z. B. Mikkola „der Hof des Mikko (Michael)", etelä „Süden" (eigentlich „was vorne, vor der Tür des Zeltes ist"; ete-, esi- „vor-, vorder-, das Vordere"). Die inneren Lokalkasus wurden gebildet mit Hilfe eines lokalitätsbezeichnenden s-Formans (vgl. fi. siainen, dial. siihainen, < *sijahinen, „Stellvertreter" = 1p. sâggjasâš; fi.sija, 1p. sâggje „Stelle"; etehinen„was vorne ist; Vorstube, etc."); z. B. Ablativ edeltä, Elativ edestä.

    Im Samojed. fehlt der Unterschied zwischen inneren und äußeren Lokalkasus. Die Endungen -na~nä und -ta~tä wurden mit einem Koaffix -ka~ -kä- kombiniert, z. B. jurakisch Lokativ meakana, Ablativ meakad, von mea' „Zelt."

    Die jukagirische Ablativendung -got, -get, -γat etc. könnte mit der samojedischen identisch sein.

    Otto Donner (1879) vergleicht das samojed. -ka~kä- mit dem mordw. Prolativsuffix -ka, -ga,-va, worüber Näheres unten. Setälä.(1915, S. 23) äußert: „Das Koaffix . . -ka ist wohl zu dem Finnischen -kaa- (bzw. -kä~γä-) zu stellen, z. B. in muukalainen ,der Fremde' zu muu,ein anderer' - muualla (>*mūγalna), sikäläinen ,der dortige', ,der auf dieser Seite befindliche', sikäli (urspr. Prolativ auf -k: *sikälik) ,diesen Weg' usw. ~siellä < siällä < *siγälnä (vgl. weps. śigou ,dort')."

    Diese beiden Hypothesen dürften sich ohne Schwierigkeit vereinen lassen. Von dieser Voraussetzung ausgehend, wollen wir jetzt das Suffix -ka(-)~ -kä(-) durch die ural. und alt. Sprachen verfolgen. (Vgl. bezügl. des Uralischen Collinder 1940, §§ 2 - 4, 23 - 34).

    Im Läpp, kommt ein Prolativsuffix vor, das teils eine Bewegung, teils eine Lage bezeichnet. (Vgl. Wiklund 1928, S. 334, KONRAD NIELSEN 1946). Es wird mit dem Gen. (Singular oder Plural, je nachdem die lokale Bestimmung ziemlich genau oder recht ungenau ist) von demonstrativen und fragenden Pronomina kombiniert, z. B. dâggŏ „past there, that way; (just) there, at that point" ; gơggo „where = by which way ; where = at which place (within a particular area)" ; dâi'gŏ „somewhere there." An den Stamm des Pronomens gefügt erscheint das Suffix in den Wörtern dơkkŏ „thither" dei'kĕ

    In der ural. Ursprache gab es eine Pluralendung -*t. Diese Endung war wohl - wie noch z. B. im Finn. - nur im Nominativ oder Casus rectus des Plurals zu Hause. (Nach der Annahme Ravilas [1938] trat diese Endung in der Ursprache nur im Prädikatsnomen auf.)

    Im Alttürk. ist -t als Pluralendung anzutreffen, z. B. tegit „die Fürsten" (tegin „Fürst"). Diese Endung wurde durch die Endung -lar~-lär verdrängt.

    Das Mongol, hat die Pluralendungen -s (nach Vokal) und -d. Die letztere Endung kann mit dem alttürkischen -t identisch sein. Zum Plural im Tschuktschischen siehe Ankeria.

    In der Konjugation sind die Übereinstimmungen zwischen Uralisch und Altaisch eher strukturaler als materieller Art. Es scheint aber einen den beiden Sprachfamilien gemeinsamen Imperativ- und Optativcharakter zu geben.

    Im Urural. hatte die zweite Person Singular des Imperativs die Endung -*k, die sich in einigen Mundarten der fi. Sprache, im Mordw. und im Selkupsamojed. erhalten hat. Die übrigen Personen des Imperatives hatten den Charakter -*ka-~-*kä-, der sich recht gut im Fi., im Läpp, und im Kamassischen erhalten hat; sie hat auch im Tawgy und im Jenisseisamojed. Spuren hinterlassen.

    E. N. SETÄLÄ (1886) hat gezeigt, daß die Imperativbasis im Fgr. eigentlich eine Präsensbasis und ein Verbalnomen ist.

    Im Jukagirischen hat der Imperativ (Präsens) in der 2. Person Sing, und Plur. (in beiden Dialekten) die Endung -k, in der 3. Person S -gen, N -γΰn. Die Übereinstimmung zwischen dem Fgr. und dem Samojed. sei durch ein Beispiel aus dem Fi. und aus dem Kamassischen veranschaulicht (fi. mene-„gehen," kam. nere- „erschrecken") :

    1. sg mene' nerä'
    2. sg menköön neregei
    1. pl menkää neregä'
    2. pl menkööt neregäje'

    Ramstedt (1946) hat für den Optativ der alt. Sprachen den Charakter -*γai angesetzt: türkisch -γΰ ~gä, mongolisch -γai~gei etc., tungusisch -gaa, koreanisch -ge.

    Im Mongol, ist -γΰi der Charakter des Optativs.

    Das tungus. -gaa tritt in der ersten Person Plural des Imperativs auf, z. B. ilgaat „stehen wir auf !"

    Es sei noch erwähnt, daß es im Koreanischen Ramstedt zufolge ein auf -ge endendes Verbalnomen gibt, das als Prekativ verwendet wird, z. B. jõlge „haben Sie die Güte zu öffnen!"

    Im Türk. findet man -gä in de verbalen Adjektiven wie uigurisch bilge „der Wissende, der Gelehrte." Mit verschiedenen (deminutiven) Suffixen vereinigt, bildet es Formen des finiten Futurs, aber auch Optativformen, z. B. koibalisch bîlγΰi-män „ich möchte sein."

    Aus dem alphabetischen Verzeichnis der lexikalischen Übereinstimmungen geht hervor, daß das ural. negierende Hilfsverbum (finnisch e-) eine annehmbare materielle Entsprechung im Mongol, und im Tungus, hat; es ist zufolge Ramstedt (1924) jedenfalls nicht ausgeschlossen, daß es auch im Türk. eine Entsprechung gibt. Im Mongol, gibt es auch einen vielleicht zufälligen Anklang an den Stamm (fi.) äl(ä), el(ä), der im Fi., Läpp, und Mordw. (spurenweise auch im Wog. und Ostj.) den Imperativ des verneinenden Hilfsverbums vertritt, im Kamassischen aber im Indikativ auftritt. (Zum Tschuktschischen siehe Ankeria.)

    Welchen Indizienwert man die sen Übereinstimmungen in der Konjugation beimessen soll, darüber gestatte ich mir kein Urteil. Ganz belanglos dürften sie nicht sein.

    Die Pronominalstämme pflegt man in traditionellen Sprachbeschreibungen sowohl in der Morphologie wie im Lexikon zu buchen. Sie bilden ja gewissermaßen ein System. Es gibt Forscher, die Anklänge der Pronomina nicht als Beweisstücke zugunsten einer mutmaßlichen Urverwandtschaft gutheißen möchten. Man beruft sich darauf, daß solche Anklänge in jeder beliebigen Sprache anzutreffen seien. Es sei eingeräumt, daß im Pronomi-nalsystem sowohl Zufall als auch elementare Verwandtschaft einen großen Spielraum haben. Man sollte einmal die Pronominalsysteme möglichst vieler Sprachfamilien zusammenstellen, um sicli davon eine Vorstellung machen zu können, wieviele Übereinstimmungen zwischen zwei Sprachen zu erwarten sind ohne die Annahme von Urverwandtschaft. Bisherige Versuche in dieser Richtung waren nicht ergiebig. Die indo-ural. und die ural-alt. Übereinstimmungen ragen aus dem globalen Durchschnitt empor. In beiden Fällen gibt es auch Übereinstimmungen in Bezug auf die Morphologie (Derivation bzw. Wortbeugung). Von Budenz' und Paasonens verfehlter Berufung auf das Jukagirische haben wir schon gesprochen. In Bezug auf die persönlichen Pronomina gibt es eine strukturelle Analogie, die die fgr. Sprachen, das Samojed., das Jukagir., das Mongol, und die Mandschusprache umfaßt: die erste Silbe hat einen anderen Vokal in den Pluralformenais in den Singularformen. Es gibt auch augenscheinliche materielle Übereinstimmungen. Die Stämme der ersten Person fangen mit m an, diejenigen der zweiten Person mit t oder einem (allem Anschein nach) daraus vor einem i entwickelten s oder č. Nach dem Vokal der ersten Silbe findet man in mehreren fgr., samojed. und alt. Sprachen ein n. „Mein" heißt auf Fi. minun, auf Mongol, minu (< *minun), „dein" heißt auf Fi. sinun " *tinun), auf Mongol, činu " *tinun).

    Die persönlichen Pronomina der dritten Person kann man vom historisch-vergleichenden Gesichtspunkt kaum von den Demonstrativa trennen. Altaischerseits gibt es nach Ramstedt einen demonstrativen Stamm e-, i- ; z. B. sagajtürk. idä „hier"; mong. edüi „soviel (wie dies)," edüge „jetzt"; tung. ädu „hier", esi „jetzt"; vgl. kor. i-get „dies, dieses Ding." Vgl. uralischerseits mordw. ese (-se ist Inessivendung) „dort", syrj. esa „dieser", Pronomina als Personendungen nicht älter zu sein als die Trennung der zwei Hauptzweige des mutmaßlichen „Indo-uralischen." In diesem Punkte dürfte keine Meinungsverschiedenheit bestehen. Sauvageot beruft sich aber auf Ravila (1945), der eine interessante glottotonische Theorie von der Vorgeschichte der ural. Kasusendungen zum Ausdruck gebracht hat. Grundsätzlich beruft sich Ravila auf BOPP, dessen Agglutinationstheorie schon ANTON BÖLLER auf die fugr. Sprachen ausgedehnt hat, indem er in concreto die Ablativendung -ta~tä mit den mit -t anfangenden Demonstrativstämmen zusammenbrachte. Boiler konnte sieht nicht darüber im Reinen sein, daß es im Ural, auch ein Demonstrativum nä~nä- gegeben hat (siehe Collinder 1934, § 78), das materiell zum Lokalsuffix -na~nä stimmt. Gesetzt, daß diese Theorie das Richtige trifft - was ergibt sich daraus hinsichtlich der uralaltaischen Verwandschaftsfrage ? Die Anzahl der materiellen Übereinstimmungen wird eo ipso vermindert, die Anzahl der zwischen dem Ural, und dem Alt. bestehenden strukturalen Analogien wird vermehrt. Nun wäre es offenbar verkehrt, zu behaupten, daß die Verwendung von Demonstrativpronomina als Kasussuffixe eine verhältnismäßig junge Erscheinung sein müsse. Die spezifische Verbalbeugung ist im Tungus., sowie auch im Mongol., schwach entwickelt, und auch im Urural. gab es gewiß kein so fest aufgebautes Verbalsystem wie z. B. im Fi. oder im Ungar, (oder altaischerseits im Türk.). Dessen ungeachtet braucht die zwischen dem Ural., dem Jukagirischen und dem Alt. bestehende materielle Übereinstimmung in der Bildung des Imperatives (siehe unten) nicht auf Zufall zu beruhen. Und vollends bezüglich des ural. Kasussystems deutet nichts auf eine verhältnismäßig späte Entstehung. Fi. und Läpp, stehen in dieser Hinsicht auf einer archaischen Stufe. Besonders im Fi. schimmert ein alter Zustand durch, der folgendermaßen gekennzeichnet werden kann: die Endungen der sog. Lokalkasus (oder zum mindesten des Lokativs) bezeichnen an sich nichts lokales ; nur wenn die Endung an einen lokalitätsbezeichnenden Wortkörper gefügt wird, hat die Kasusform lokale Funktion. Die Kombination von einem zeitangebenden Wortstamm und dem Suffix -na ~ -nä hat temporale Funktion, z. B. fi. Hannibalin aikana „temporibus Hannibalis." Die Kombination von einem Eigenschafts-, Funktions- oder zustandsbezeichnenden Wortstamm und dem Suffix -na ~ -nä gibt an, daß irgendeinem anderen (als dem durch den betreff enden Wortstamm bezeichneten) diese Eigenschaft oder dieser Zustand vorderhand (als mit einer anderen Eigenschaf t, bzw. einem anderen Zustand alternierend) zukommt: man nennt dies in der fi. Grammatik Essivus. Die Kasusendung fixiert nur etwas (oder jemanden) im Verhältnis zum Ort, zum Zeitpunkt oder zum Zustand. Von einer räumlichen Funktion der Kasusendung kann wohl keine Rede sein in Sätzen wie Toissapäivänä toimin lautamiehenä „Vorgestern fungierte ich als Beisitzer des Bezirksgerichtes." Wie alt die essivische Funktion ist, soll dahingestellt bleiben. Die Endung des Lokativs wird in den meisten ural. Sprachen, mit Ausnahme der perm. Sprachen, des Wog. und des Ung., hauptsächlich nur mit ein paar kleinen Gruppen von Nomina kombiniert, nämlich: demonstrative und fragende Pronominalstämme ; (in einigen Sprachen :) Bezeichnungen von Zeitabschnitten (Tag, Nacht, Morgen, Abend, Jahr); speziale Termini, die zur Orientierung d ienen, ohne eine genau bestimmte Richtung oder Lage anzugeben: „das Obere, Untere, Vordere, Hintere, Äußere, Innere" etc.

    Entsprechendes gilt gewissermaßen von der Ablativendung -*ta~*tä. Es sei daran erinnert, daß die deiktischen Pronomina eigentlich und vor allem zur Ortsangabe dienen, wobei die Richtung optisch angegeben wird. (In der Finsternis verlieren diese Demonstrativa einen Teil von ihrem Sinn.) Der Abstand wird angedeutet durch eine Symbolik, die besonders reich differenziert ist im Läpp., wo es folgende Demonstrativa gibt: 1. dāt „tins (here)"; 2. dât „that; this (with weakened demonstrative meaning)"; 3. diet „that (nearer the person addressed than the speaker, or that which the person addressed is looking at or thinking about)"; 4. duot „that one over there, that . . . over there, that"; 5. dōt „that one far away over there, that... far away over there."

    Die Lokativendung-*na~*nä ist an sich nicht raumbezeichnend. Sie fixiert nur etwas an dem durch den Wortstamm angegebenen Ort oder Zeitpunkt. Die Ablativendung -*ta~*tä gibt an, daß etwas sich von dem betreffenden Ort entfernt.

    Beispiele: fi. takana „hinten, hinter (m. Dat.)," takaa „von hinten, von der hinteren Seite (eines Gegenstandes)"; kaukana „fern, in der Ferne", kaukaa „aus der Ferne"; wotisch päivänä „am Tage"; talvena „im Winter." Die räumliche und temporale Verwendung des Lokativs von Pronomina kommt besonders in den samojedischen Sprachen vor, z. B. tawgy tanne „dort," jenisseisam. tonne „dann (zu der Zeit)," kunne „wann." Im Fi. und im Läpp, findet man halbwegs verwischte Spuren desselben Sprachgebrauches.

    Wie nahe das Jukagirische dem Ural, steht in Bezug auf die Verwendung der Lokativendung (und der Ablativendung), sei durch eine Zusammenstellung von tawgysamojedischen und Jukagirischen Beispielen veranschaulicht:

    Tawgy tanne „dort"; ŋamne „hier" (vgl. ŋama, ŋamaŋ „dieser"); nini „auf (mit Dat.)", nita „von oben her"; nilinu „unten, unterhalb", nilida „von unten"; ńaranu „vorn entlang;" takanu „hinten", takada „von hinten"; fuanu „hinten, darauf; darauf, endlich", fuada „von hinten"; nanu „bei", nata „von"; kajanu „an der Seite, nahe", kajada „von der Seite, von der Nähe her"; ńiinu „in einer Gegend", ńida „von einer Gegend"; kunsene „drin", kunseda „von innen" ; jutene „zwischen (mit Dat.)", juteda „von der Mitte her, zwischenher".

    Juk, tiit „hence, from here"; taat „thence"; hon „where, whither", hot „where from"; S hodiet.N hodier „warum"; S budien,puden,N puren (Adv.

    ena „diese (mehr als einer)", ež'i „so", ostj.it „dieser", ung. ez „dieser", itt „hier", így „so (in dieser Weise)"; jenisseisam. eke „dieser", kam. iid „jener."

    Nach Ramstedt hat es in den altaischen Sprachen ein persönliches Pronomen
    der dritten Person gegeben, das sich in selbständiger Verwendung nur in
    der Mandschusprache erhalten hat: i, Genitiv ini „er, sie." In den anderen
    alt. Sprachen kommt dieses Pronomen nur als Possessivsuffix vor: türk.
    -i, -in- (bzw. -ü, -ün-, etc., nach den Regeln der Vokalhari&onie); z. B. osm.
    aty „sein Pferd," Dativ atyna „seinem Pferde"; mong. (<-*ni <-*ini
    < -*inu zufolge Ramstedt), z. B. kalmück. garń „die Hand, seine Hand ;"
    kor. -i, z. B. korN čibi „das Haus" (čip „ein Haus"); tung. -ni, -n, z. B. žuu
    edi-ni „der Herr des Hauses" (wörtlich: „das Haus sein Herr"). Ein Stamm
    in- kann auch uralischerseits gespürt werden: jenisseisam. inoo „dieser
    da;" juk. inle „some, certain."

    Der im fi. Wortpaar tä- „dieser (hier)" ~ tuo „jener" zum Vorschein kommende Vokalgegensatz scheint auf die ural. Ursprache zurückzugehen. Im Jukagir. gibt es etwas entsprechendes: tiŋ „dieser",tii „hier" - taŋ „jener", taa „dort". Im Tungus, gibt es sowohl hintervokalische wie vordervokalische mit t anfangende Demonstrativa, obschon der Gegensatz nicht (wie in den ural. Sprachen) einen Symbolwert zu haben scheint: tääli „dann", tar „jener", talaa, tadu „dort", tugi „so", tukin „soviel." Türk. (karagassisch) te „jener"; mong. tere „er, der, jener", teeši „dorthin", tedüi „soviel", tein „so."

    Im Fi. gibt es drei f ragende Pronominalstämme : kë-, alternierend mit kene-, ku-, alternierend mit ko-, und mi-. Zwischen diesen Stämmen besteht eine Art von Genusunterschied, nämlich ein Wertunterschied in Bezug auf das Bezeichnete. Der Stamm ke- (, kene-) ist generis humani, mi- ist generis inferions (wenn es nicht als Attribut steht, denn in diesem Fall ist es generis utriusque) ; ku- ist generis humani, wenn es im casus rectus steht, sonst gewöhnlich generis inferioris. Die Stammform ko- wird mit ein paar obsoleten Endungen kombiniert und wird sonst als enklitisches Fragewort (ungefähr wie das lateinische -ne) verwendet. Kuka bedeutet „wer", aber der Inessiv kussa bedeutet „wo", ebenso wie missä. Eine ähnliche Verteilung der drei Stämme findet man in anderen fgr. Sprachen und im Samo-jed. Die jukagirische Sprache hat kin „wer", hadi „welcher", hanin „wann", hon „wo, wohin", hot „woher." In den türk. Sprachen und im Mongol, gibt es einen Stamm qa- und einen Stamm, der mit ki- und ke- anfängt: türk. kim, mong. ken „wer" ; türk. qana, qaida „wo", mong. hana „wo", gold. haidu „wo", hali „wann, wie." Das Koreanische hat das enklitische Fragewort -ka. Ramstedt identifiziert das türk. enklitische Fragewort -mi (-mü, etc., nach den Regeln der Vokalharmonie) sowie tschuw. m n „was", m nlå „was für ein", m ž n „warum" ~ mit dem Grundstamm von kor. m'õn „was", mjet „wieviel", etc. Im Mongol, (und im Tung.) fungiert -ja- - je, entweder allein oder zusammen mit ka-, kë-, als fragendes und unbestimmtes Pronomen, z. B. mong. kezaa jazaa „wann" (fragend), „bisweilen", jatun > juun „was", jaγuma „etwas" ; tung. jak „was" (Ramstedt 1946). Die Ähnlichkeit mit dem Westfgr. mag zufällig sein: fi. joka, jo- „welcher, der" (relativ), „jeder", joku „ein" (indefinit), jokin ds.; mordw. juza tuza „hin und her", kijak „jemand" (ki „wer"), mezejak „irgend etwas, was nur" (meze „was"),kodamojak „mancher, irgend einer, wer nur" (kodamo „was für ein, welcher); tscher. južo „irgend ein, jerrand."

    Zu den Pronominalstämnien der tschuktschischen Sprachen siehe Ankeria, zu den indogermanischen Pronomina Collinder (1934,1943). Die uralal. Frage ist ein Problem der historisch-vergleichenden Sprachforschung. Es handelt sich darum, ob es in einer grauen Vorzeit eine uralalt. Ursprache gegeben hat, aus der sich durch einen kontinuierlichen Prozeß sämtliche ural. und alt. Sprachen entwickelt haben. Dies ist kein Scheinproblem, und man darf von der Sprachforschung eine Antwort verlangen : ja (nach aller Wahrscheinlichkeit), nein (wahrscheinlich nicht) oder non liquet. Es gibt (oder es gab vor wenigen Jahren) Sprachforscher, die mit genealogischer Sprachverwandtschaft ungern rechnen möchten. Nach ihrem Dafürhalten können beliebig zahlreiche und tiefgehende Übereinstimmungen aus einem parallel ablaufenden „glottogonischen Prozeß" erklärt werden. Die Annahme eines solchen Parallelismus im Werdegang verschiedener Sprachen erklärt aber an sich nichts und bedarf selbst einer Klärung. Es dreht sich hier entweder um sog. elementare Verwandschaft oder um das, was man Zufall nennt, oder um beides zugleich. Elementare Verwandtschaft, d. h. ein durch die menschliche Natur veranlaßter oder wenigstens nahe gebrachter Nexus zwischen Laut und Bedeutung, kann leicht in Frage kommen bei Onomatopoëtica und sonstigen deskriptiven Wörtern, Lallwörtern und dgl. Namen des Kraniches oder des Raben, die aus k + Vokal -j- r bestehen, sind nicht geeignet zu beweisen, daß die betreffenden Sprachen urverwandt sind. Ein Wort wie fi. emä „Mutter" darf kaum als Kronzeuge einer umstrittenen Sprachverwandtschaft vorgeführt werden. Es mag sein, daß Wörter deskriptiven Ursprungs in einer sehr fernen Vorzeit sowohl im Ural, wie im Alt. recht häufig waren, und daß viele von diesen Wörtern sich in den zwei Sprachfamilien gar ähnlich waren, aber die meisten dieser Wortpaare mußten wohl durch divergente Lautverschiebungen sozusagen etymologisch unschädlich gemacht werden, und diejenigen, die sich ziemlich unverändert erhalten haben, tragen ja noch heute gewissermaßen ein Glöckchen am Halse. Was hinwiederum den Zufall betrifft, sei nur eingeschärft, daß dem Spiel des Zufalls bei weitem nicht so viel aufgebürdet werden kann, wie es die meisten Leute gern möchten.

    Damit soll genug gesagt sein von mutmaßlichen glottogonischen Prozessen. Ein anderer Gedankengang ist auch zum Vorschein gekommen. Es ist geltend gemacht worden, daß die zugunsten der mutmaßlichen Urverwandtschaft vorgeführten Übereinstimmungen auf einer konvergierenden Entwicklung besonderer Art beruhen könnten. Man hat sich dabei vor allem auf die weitgehenden struktralen Übereinstimmungen zwischen den verschiedenen in den Balkangegenden gesprochenen Sprachen berufen (die besonders SANDFELD ausführlich behandelt hat). Mit einem von Fürst N. TRUBETZKOY geschaffenen Terminus möchte man von einem uralal-taischen „Sprachbund" reden. In der Theorie von den Sprachbünden bewegen wir uns vorderhand auf unsicherem Boden. Außer Zweisprachigkeit und Substrat können vielleicht auch andere, noch nicht aufgeklärte Faktoren im Spiel sein. Aus solchen Faktoren könnten wohl die dem Ural, und dem Alt. gemeinsame Palatalharmonie der Vokale (nicht - eine jede beliebige Art von Vokalharmonie, sondern der vokalharmonische Wechsel a ~ ä in der zweiten Silbe, von dem Sauvageot wohl mit gutem Recht gesagt hat, er sei gewissermaßen unik) und die vielfachen Übereinstimmungen im Satzbau erklärt werden. Man irrt sich aber, wenn man glaubt, man könnte durch die Kartierung eines strukturell aufgefaßten „uralaltaischen Sprachtypus" das historische uralalt. Problem aus der Welt schaffen. Materielle, grammatische und lexikalische Übereinstimmungen haben mit der Struktur recht wenig zu tun.

    Die Tatsache, daß in zwei Sprachen in einer Menge von Einzelfällen ein und diesselbe Vorstellung lautlich in derselben (oder in etymologisch genau entsprechender) WTeise ausgedrückt wird, kann nicht durch den bloßen Hinweis auf einen „Sprachtypus" erklärt und auch nicht hinwegerklärt werden. Wenn man weder Zufall noch genealogische Verwandtschaft noch elementare Verwandtschaft noch Entlehnung als Erklärungsgrund gutheißen will, sollte man ganz einfach beim ignoramus bleiben. In der Berufung auf Sprachtypus und strukturale Annäherungen liegt ein illegitimes Eindringen der systematisch-deskriptiven Sprachforschung ins Gebiet der historisch-vergleichenden.

    Im Vorhergehenden sind wir schon soweit gelangt, daß die zwischen den uralischen und den altaischen Sprachen bestehenden Übereinstimmungen nicht durchweg durch das Spiel des Zufalls und auch nicht durch elementare Verwandtschaft erklärt werden können. Bis zu diesem Punkt wurden wir sogar vonSebeok begleitet. Es bleiben uns dann nur zwei Erklärungsmöglichkeiten, nämlich teils Entlehnung, d.h. konvergente Ereignisse, teils Verwandtschaft, d. h. ursprüngliche Identität. Die relevante Frage lautet: Können sämtliche Übereinstimmungen (abgesehen von denen, die etwa auf elementarer Verwandtschaft oder bloßem Zufall beruhen) als Entlehnungen erklärt werden? Hier fallen besonders die dominierenden Übereinstimmungen in Bezug auf Kasusendungen und Pronominalstämme ins Gewicht. Entlehnung in „geschlossenen Verbänden" fällt es hier schwer anzunehmen. Andererseits wird hervorgehoben, daß sowohl die Kasusendungen wie zum größten Teil die Pronominalstämme sehr kurz sind, indem sie aus einem einzigen Laut oder aus Konsonant + Vokal bestehen (wobei es betreffs des dem Konsonanten folgenden Vokals eigentlich keine etymologischen Distinktionsmöglichkeit gibt). Dazu kommt, daß in jedem von den zwei Systemen von Bedeutungsträgern die in Frage kommenden Bedeutungen a priori ganz gering an Zahl und außerdem teilweise recht verschwommen sind. Man muß deshalb einräumen, daß eben bezüglich der Pronominalstämme und der Kasusendungen weder Zufall noch elementare Verwandtschaft ganz ausgeschaltet werden kann.

    Betreffs der rein lexikalischen Übereinstimmungen habe ich früher einen vorsichtigen Standpunkt eingenommen (1940, S. 16) : „Sonst ist... die Beweiskraft der lexikalischen Übereinstimmungen eigentlich indirekter Art. Der Grad der Verwandtschaft läßt sich nämlich nach der relativen Zahl der morphologischen Übereinstimmungen irgendwie abschätzen, und nach Maßgabe des Verwandtschaftsgrades kann man dann ~ innerhalb sehr weiter Grenzen - a priori beurteilen, was für ein Maß von lexikalischen Übereinstimmungen man zu erwarten hat. ... In Paasonens Werk „Beiträge zur finnischugrisch-samojedischen Lautgeschichte" findet man rund siebzig Wörter, die dem Samojedischen, dem Finnischen und dem Ungarischen gemeinsam sind. Unter den einschlägigen Zusammenstellungen gibt es solche wie fi. pyy Haselhuhn / ung. fogoly Rebhuhn / kamassisch piže Haselhuhn, oder fi. suoni Sehne / ung. ín / sam. tean usw., ds., wo die lautliche Übereinstimmung, wenn man nur die betreffenden Sprachen in Betracht nimmt, eigentlich nur einen Laut umfaßt." Da es sich bei der uralalt. Frage jedenfalls um eine sehr entfernte Verwandschaft handelt, dürfte ein vorläufiger Befund von einigen zehn augenfälligen Übereinstimmungen recht befriedigend sein, vorausgesetzt, daß die Wörter wegen ihrer Bedeutung nicht der Entlehnung verdächtig sind. Ganz ausgeschlossen kann ja die Entlehnung in keinem Einzelfall sein. Sauvageot und Räsänen haben Hunderte von uralaltaischen Wortzusammenstellungen vorgeführt. Ich habe mich auf eine Auswahl von rund fünfzig Wortgleichungen beschränkt, indem ich bestrebt war, alle Wörter auszuschalten, die mir wegen geringer Verbreitung uralischerseits oder ungenügender semantischer Übereinstimmung wenig beweiskräftig vorkamen. Auf weitgehende Regelmäßigkeit in den Lautentsprechungen habe ich bei der Auswahl der Etymologien kein Gewicht gelegt. Nachträglich hat es sich erwiesen, daß die lautliche Kongruenz in diesem Material so groß ist, daß ich mir gestatten konnte, zu uralaltaischen Rekonstruktionen zu greifen.

    Zuletzt möchte ich meine Stellungnahme zur uralaltaischen Hypothese zusammenfassend zum Ausdruck bringen.

    Die von Shirokogoroff und anderen Kritikern ausgesprochenen Einwände berechtigen uns m. E. nicht dazu, die uralaltaische Theorie als unbegründet abzuweisen. Zugunsten der Theorie spricht eine ganze Reihe von materiellen Übereinstimmungen, die nicht aus dem Spiel des Zufalls erklärt werden können. Unter den a priori gegebenen Erklärungsmöglichkeiten verdient die Urverwandschaft den Vorzug infolge eines Lehrsatzes, den LAPLACE in folgender Weise formuliert hat: „Chacune des causes auxquelles un événement observé peut être attribué, est indiquée avec autant plus de vraisemblance qu'il est plus probable que cette cause étant supposée d'exister, l'événement aura lieu." Anders ausgedrückt: die Urverwandschaftshypothese ist geeignet, sämtliche tatsächlich vorhandenen Übereinstimmungen zu erklären, was von keiner der übrigen Alternativen (und wohl auch nicht von allen übrigen Alternativen zusammengenommen) gilt.

    Gegen die Verwandtschaftshypothese hat Ramstedt den Einwand erhoben, daß wegen des Koreanischen die altaische Urheimat nach dem fernen Osten verlegt werden müsse. Aber abgesehen davon, daß die grammatischen Übereinstimmungen zwischen Koreanisch und Altaisch ganz geringfügig sind, muß ich der Ansicht Räsänens zustimmen, wenn er auf die seit den ältesten Zeiten bezeugte, fast unbegrenzte Beweglichkeit der altaischen Volkstämme hinweist. Die Geschichte im engen Sinn kann uns nicht beiehren über die nordeurasischen Bevölkerungsverhältnisse in jener fernen Zeit, in die die mutmaßliche uralaltaische Sprachgemeinschaft zurückverlegt werden muß.

    Die uralaltaische Theorie kann nicht als bewiesen gelten. Vielleicht können wir mit diesen Forschungen nicht weiter kommen. Aber vorausgesetzt, daß die Hypothese das Richtige trifft, sind wir wohl noch am Anfang der vergleichenden uralaltaischen Studien. Wir sehen vorläufig nur diejenigen Übereinstimmungen, die offen zu Tage treten. Wenn die altaischen Sprachen mit den uralischen verwandt sind, gibt es wohl auch Übereinstimmungen von derselben Art wie deutsch Kuh ~ franz. bœuf oder engl. wheel ~ altind. cakram oder osm. taš ~ tschuw. čul „Stein." Es gilt aber die verborgenen Lautgesetze zu eruieren und die etymologische Kleinarbeit in stetiger Wechselwirkung mit der aufzubauenden vergleichenden uralaltaischen Lautlehre in derselben Weise zu treiben, wie dies im idg., im ural. und - vor allem dank dem unvergeßlichen G. John Ramstedt - im altaischen Forschungsfeld geschehen ist. Vielleicht wird es sich lohnen. Hoffentlich wird es junge Forscher geben, die nicht Bedenken tragen, das Netz auszuwerfen.

    ANHANG

    In den beigefügten Tabellen habe ich die Lautenentsprechungen verzeichnet, die in den bisherigen Zusammenstellungen (vor allem von Schott, Lindström, Németh, Sauvageot und Räsänen) zum Vorschein kommen.

    Uralaltaisch KONSONANTEN

    UA

    Mo

    Tu

    Beispiele

    *p-

    Ø

    h/Ø

    p/f/h

    paljo?, pelko?, puna, pyy

    *b-

    ?

    ?

    b

    1p. boažo

    *t-

    t;j?

    d

    t

    tai-, taka-, täi, md. teja, tottu-, tyvi

    *t-

    d?

    d?

    t,d

    lp. jơtte-, tscher. jüt, kansi

    *k-

    g/k

    q, k

    k, g

    (palo)kärki, kalki, kansi, kato, käly, kieli, koi, koivu, kumo-, kuura, kuusi, kylä

           

    -*k-

    k, γ

    g

    g

    taka-

    -*lk-, -*rk-

    etc.

    (1, r)

    + Ø ?

    (1, r)

    + Ø ?

    (1, r)

    + Ø ?

    kalki, (palo)kärki?, yrkä

     

    -*č-

    ?

    c/c?

    ?

    lp. boažo

    *w-

    ?

    ?

    ?

     

    -*δ-,

    -*δ`-

    d

    ?

    l'

    kato?, ung. al-, sydän, ydin

    *δ'-

    ?

    z?

    ?

    tuomi

    *j-

    j

    ?

    J?,d?,Ø

    lp. jâlâkâs, wg. jiw, lp. jơtte-, tscher.

    üt

    -*lj-

    ?

    1?

    1?

    paljo?

    *s-

    s?

    s/š?

    s

    ung. av-, suksi, syö-

    -*s-

    ?

    š?

    s?

    kuusi, suksi

    *ś-

    s

    s?

    s, š

    saarna, saivar, suoli, sydän, syylä

    *š-

    ?

    ?

    s?

    hiiãi

    -*1-

    1

    1

    1, (r?)

    ala(-), älä, kaalaa-, kalki, käly, kieli, kýlä, nuole-, nuoli, paljo?, pelko?, syylä

    -*r-

    r

    r?

    r

    (palo)kärki, kuura, saarna, yrkä

    -*m-

    m

    m

    m

    emä, ime-, kumo-, sydän, tuomi ; kansi; äimä

    *n-

    ?

    n

    ń?

    nai-

    -*n-

    n

    n

    n

    puna, saarna, tottu-

    *ń-

    j

    d?

    ń/n

    nuole-, nuoli

    -*ŋ-

    (~γ~),

    - ŋk

    ŋ, ŋg, ŋk, γ

    ŋ, ŋg

    ŋ, ŋg, ŋk,(n/ ń)

    ung. av-, hiiri, pyy, tyvi, lp. vuoŋâs

    MONOPHTHONGE UND DIPHTHONGE

    UA

    Mo

    Tu

    Beispiele

    *a~

    *y?

    y,î?

    i, ü?

    u?

    kalki, kato, paljo?

    *aj

    aj (vor Kons. gruppe :i?)

    aj

    ?

    nai-, saivar, tai-

    *o

    u,a,y?

    ?

    u, y?

    ung. al-, ung. av-, lp. bîàžî, kansi?, nuole-, nuoli, suoli, tottu-, tuomi

    *oj

    uj? üj?

    u?

    uj? (vor Kons, i?)

    koi, koivu

    *u

    u, y

    u?, ü?

    u, o

    lp. jơtte-, kumo-, kuura, kuusi, puna, suksí

    *uj

    ?

    oj?

    uj?

    ui-

    ä, e, i?

    i?

    õ?, i?

    kaalaa-, käly, (palo)kärki

    *aj

    ?

    ?

    i

    äimä, täi

    *e

    e, ä

    e

    e, õ

    e-, emä, kieli, pelko ? syö-

    *i

    e

    ?

    i?

    hiiri, ime-

    ü, i?, ä?, y?

    ü, ö

    ü, i, õ?

    wg. jiw?, tscher. jüt, kylä, pyy, sydän, syylä, tyvi, ydin, yrkä

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    Ñòàòüÿ îïóáëèêîâàíà â Uralaltaische Jahrbucher, 1955

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